Der ganze Ablauf hängt an einem Wort: „sync". Danach läuft ohne Rückfragen durch:

  1. Fahrten holen. Strava-Aktivitäten als JSON ablegen, Gewicht von der Waage nachziehen, Kennzahlen in ein Tabellenblatt schreiben.
  2. Anreichern. Fahrten mit generischem Namen („Fahrt am Morgen") bekommen einen richtigen Titel. Welches Velo es war, entscheidet nicht die Vermutung, sondern der Fingerabdruck aus der Aufzeichnung.
  3. Clips finden. Alle Videos des Tages aus dem synchronisierten Ordner, über den Zeitstempel einer Fahrt zugeordnet.
  4. Transkribieren. Jeden Clip, auch die ohne offensichtlichen Bezug.
  5. Texte schreiben. Beschreibung und Caption aus Videoinhalt und Fahrdaten.
  6. Reel bauen. Untertitel, Hook, Cover — und ablegen.

Welches Velo war es? Der Fingerabdruck

Strava verrät es nicht: Das Feld device_name nennt den Fahrradcomputer, und der wandert zwischen den Velos. Der Standardwert im Profil ist zudem immer dasselbe Velo — unbearbeitete Fahrten sind also systematisch falsch zugeordnet.

Die originale Aufzeichnung aus dem Fahrradcomputer enthält dagegen pro gekoppeltem Sensor Hersteller, Produkt und Seriennummer. Powermeter und elektronische Schaltung unterscheiden sich zwischen den Velos — zwei unabhängige Fingerabdrücke, die gegeneinander geprüft werden können.

Wenn Zahlen im Video vorkommen

In den Clips stelle ich oft direkte Fragen: „Claude, schau mal nach, wie es mit dem Drift aussieht, und vergleich es mit der letzten Woche." Solche Fragen gehören in der Beschreibung beantwortet — mit echten Zahlen, nicht mit Floskeln.

Das setzt voraus, dass der Videoinhalt vor dem Schreiben bekannt ist. Deshalb steht die Transkription im Ablauf vor dem Text, nicht danach.

Warum Repo und Plattform auseinanderlaufen

Ein Problem, das zweimal von Hand repariert wurde, bevor es strukturell gelöst war: Der Abgleich holt neue Fahrten, aktualisiert aber keine bestehenden. Alles, was nachträglich auf der Plattform geändert wird — umbenennen, Velo zuweisen —, kommt lokal nie an. Und weil der Standardwert immer dasselbe Velo ist, tragen unbearbeitete Fahrten dauerhaft das falsche.

Aufgefallen ist es über eine einfache Regel: An einem Tag kann nicht mit zwei verschiedenen Velos gependelt werden. Über 401 Tage fanden sich zwölf Verdachtsfälle; zehn waren erklärbar (Kettenriss und Wechsel aufs Ersatzvelo, kurze Abendrunden mit dem Mountainbike, die Testfahrt des neuen Velos). Zwei waren echte Abweichungen — und die stellten sich als veraltete lokale Kopien heraus, nicht als Fehler bei der Zuordnung.

Die Lehre: Wer in beide Richtungen schreibt, muss auch in beide Richtungen lesen.

Was dokumentiert wird

Jeder Post bekommt eine Datei mit Status, Video-Pfad, Hook und dem fertigen Text. Dazu ein Log über alle Clips — welcher verwendet wurde, welcher noch offen ist. Das klingt bürokratisch, verhindert aber, dass gutes Material liegen bleibt: Von 18 erfassten Clips waren zeitweise sieben ungenutzt, darunter die inhaltlich stärksten.

Grenzen

Das Posten läuft von Hand — obwohl es zwei Wege gäbe.

Der offizielle: eine Business-Anbindung an die Plattform-API. Sie verlangt ein Freigabeverfahren von mehreren Wochen, ein öffentlich erreichbares Video-Hosting (die Plattform lädt nicht hoch, sie holt ab) und begrenzt Reels auf 90 Sekunden.

Der pragmatische: Claude kann den Browser fernsteuern und den Upload klicken. Das funktioniert, ist aber umständlich — es läuft in der eigenen Sitzung mit jemandem davor, bricht bei jeder Änderung an der Oberfläche, und native Dateidialoge liegen ausserhalb der Seite und damit ausserhalb dessen, was eine Browser-Automatisierung zuverlässig bedienen kann.

Bei ein bis zwei Posts pro Tag ist der manuelle Upload schlicht schneller als beide Alternativen. Er dauert eine halbe Minute — die Datei liegt fertig da, Caption und Cover ebenso.

Strava schneidet Videos nach 30 Sekunden ab. Der ausführliche Text passt deshalb oft gar nicht zum dort sichtbaren Ausschnitt — die vollständigen Videos laufen auf Instagram, die Zahlen stehen auf Strava.


Alle Angaben stammen aus eigenen Fahrten, Messwerten oder veröffentlichten Studien — Belege sind verlinkt. Was sich nicht belegen liess, steht als solches gekennzeichnet da. Quellenregel