Zwei Fragen aus den Videos vom 22. Oktober: Wie viel mehr muss ich bei Kälte treten, und was kostet die nasse Strasse? Für die Antwort sind 94 Hinfahrten aus 2026 durchgerechnet, von −8 bis 26 °C, je Velo getrennt und um die Powermeter-Drift bereinigt.

Die Kälte kostet viel, aber nur zum kleineren Teil wegen der Kälte. Rein physikalisch sind es 0,25 % mehr Leistung pro Grad — kalte Luft ist dichter. Im Alltag mit Winterkleidung, Schutzblechen und Überschuhen werden daraus 0,8 bis 0,9 %. Bei 0 °C heisst das 18 % mehr Watt für dasselbe Tempo, 226 statt 192. Dreizehn dieser Prozentpunkte gehen auf die Ausrüstung, nicht auf die Luft.

Die nasse Strasse dagegen ist in 17 Regenfahrten nicht messbar. Die Physik würde 3 bis 6 % erwarten, in den Daten liegt alles im Rauschen. Damit bleibt „lieber −2 Grad trocken als +2 im Regen" eine Aussage über Komfort, nicht über Tempo.

Und eine dritte Frage, Puls in der Grundlage: Über 32 Fahrten verändert die Temperatur den Puls bei gleicher Leistung um ±1 Schlag pro 10 °C, also gar nicht. Wer im Winter höher liegt, tritt mehr, nicht anders.

Die Tabellen stehen auf Kleider, der Pulsteil auf Trainingsplan.

Dabei ist mir ein eigener Fehler aufgefallen. Einen Tag zuvor hatte ich drei fehlende km/h mit nasser Strasse und Helmkapuze erklärt. Das Modell erwartete für diese Fahrt 28,1 km/h, gefahren wurden 28,4. Es fehlte nichts.