Die häufigste Frage zum Velopendeln lautet: Lohnt sich das? Hier steht die vollständige Antwort — Ausgaben und Gegenrechnung, ohne die unbequemen Posten wegzulassen.
Was es gekostet hat
| Posten | CHF |
|---|---|
| Velos | 11'176.44 |
| Zubehör | 2'403.48 |
| Kleider | 2'298.03 |
| Total | 15'877.95 |
Die drei Velos im Einzelnen:
| Datum | CHF | |
|---|---|---|
| Canyon Roadlite 7 | 24.04.2024 | 1'559.70 |
| Canyon Ultimate CF SL 7 Di2 | 31.07.2024 | 4'537.95 |
| Canyon Ultimate CF SLX 8 Di2 | 25.05.2026 | 5'078.79 |
Der grösste Einzelposten bei den Kleidern ist die Regenjacke (Dynafit Ride 3L, CHF 214.30), der Rest verteilt sich auf viele kleine Käufe, überwiegend bei Decathlon. Beim Zubehör dominieren Fahrradcomputer und Uhr (Garmin Edge 540 CHF 288.83, Forerunner 965 CHF 518.60) sowie der laufende Verschleiss — Ketten, Reifen, Bremsbeläge, Wachs.
Was es gespart hat
Der Arbeitsweg Cham–Zürich müsste ohnehin zurückgelegt werden. Mit dem Zug kostet er CHF 10.40 pro Weg mit Halbtax, also 20.80 für hin und zurück.
299 Fahrten × CHF 20.80 = CHF 6'219.20
| CHF | |
|---|---|
| Ausgaben | 15'877.95 |
| eingesparte ÖV-Kosten | −6'219.20 |
| noch offen | 9'658.75 |
Das erste Velo ist damit bezahlt — die Einsparung übersteigt die CHF 4'537.95 für das Ultimate CF SL. Dass die Gesamtbilanz noch offen ist, liegt daran, dass danach ein drittes Velo dazukam.
Einzelbillett oder Abo?
Ein Streckenabo Cham–Zürich kostet CHF 285 im Monat oder 2'565 im Jahr. Der Break-even gegenüber dem Einzelbillett:
| Schwelle | |
|---|---|
| Jahresabo | 123,3 Bürotage im Jahr |
| … bei 46 Arbeitswochen | 2,68 Tage pro Woche |
| Monatsabo | 13,7 Tage im Monat = 3,16 pro Woche |
Tatsächlich gefahren: 126,5 Bürotage pro Jahr — also 3,2 Tage über der Schwelle. Das Jahresabo wäre minimal günstiger gewesen.
Praktisch spielt es aber kaum eine Rolle:
| Vergleichsbasis | über 2,32 Jahre |
|---|---|
| Einzelbillett Halbtax retour | CHF 6'115 |
| Jahresabo Strecke | CHF 5'962 |
Zwischen beiden liegen CHF 153. Die Ersparnis ist also robust bei rund CHF 6'000, unabhängig davon, wie man rechnet.
Und das Auto?
Der Vergleich oben läuft gegen den Zug. Mit dem Auto sähe die Rechnung anders aus — schon der Parkplatz allein:
| pro Monat | pro Jahr | |
|---|---|---|
| Mietparkplatz Stadt Zürich (Mittel) | ~380.– | ~4'560.– |
| Parkhaus Innenstadt (AMAG Bleicherweg, nahe Stauffacher) | 529.70 | 6'356.– |
Der Parkplatz allein kostet also pro Jahr etwa so viel wie ein Velo. Dazu kämen Treibstoff, Versicherung, Wertverlust und Unterhalt für rund 60 km am Tag — Zahlen, die ich nicht belegen kann und deshalb weglasse.
Die Bandbreite in der Stadt ist gross: Angebote beginnen bei etwa 130.– im Monat in Randlagen und reichen bis über 500.– für ein Parkhaus-Abo im Zentrum.
Der Zeitvergleich
Das häufigste Gegenargument lautet: „Mit dem Velo dauert es länger." Für diese Strecke stimmt das nicht.
| ÖV, Cham Alpenblick → Zürich Stauffacher | |
|---|---|
| schnellste Verbindung inkl. Umsteigen | 48,0 min |
| Fussweg Cham, 700 m | 8,4 min |
| Fussweg Zürich, 130 m | 1,6 min |
| Tür zu Tür | 58,0 min |
Dazu kommt die Wartezeit, wenn der Anschluss nicht passt — im Beispiel liegen zwischen Ankunft im Hauptbahnhof (17:22) und Abfahrt des Trams (17:29) sieben Minuten.
| Velo, über 294 Fahrten gemessen | |
|---|---|
| Median | 59,3 min |
| schnellste | 50,7 min |
Differenz: rund eine Minute. Das Velo fährt Haustür bis Bürotür, ohne Umsteigen, ohne Warten, ohne Fahrplan — und ist dabei gleichzeitig das Training. Die 6 Stunden Sport pro Woche fallen nicht zusätzlich an, sondern ersetzen die Fahrzeit, die ohnehin anfällt.
Und das Duschen?
Das zweite Standardargument: „Dann musst du im Büro duschen." Rechnen wir auch das ehrlich durch.
Morgens kostet es nichts. Ich dusche ohnehin jeden Tag — einfach nach der Fahrt statt davor. Wer vor der Arbeit duscht und dann in den Zug steigt, duscht genauso oft, nur in anderer Reihenfolge.
Abends kommt tatsächlich eine Dusche dazu. Nach der Heimfahrt gehe ich noch einmal unter die Brause — das ist der echte Mehraufwand, und den will ich nicht kleinreden. Er kostet etwa fünf Minuten.
Wobei: An 40 % der Heimfahrten gehe ich anschliessend ohnehin schwimmen (seit Juni 2026: 12 von 30 Tagen). Dann fällt die Dusche sowieso an.
Bleibt unter dem Strich: rund eine zusätzliche Dusche an knapp zwei Tagen pro Woche. Dafür sechs Stunden Sport, die sonst extra Zeit gekostet hätten.
Was die Rechnung nicht enthält
- Keine Autokosten ausser dem Parkplatz. Treibstoff, Versicherung, Wertverlust und Unterhalt wären geschätzt statt belegt.
- Keine Wiederverkaufswerte. Die drei Velos stehen mit dem Kaufpreis in der Rechnung, nicht mit dem Zeitwert.
- Die Tarife waren stabil. Die ÖV-Branche hat im Dezember 2024 und 2025 auf eine generelle Preiserhöhung verzichtet; die letzte lag bei +3,7 % Ende 2023, die nächste kommt im Dezember 2026 mit +3,6 %. Der heutige Preis gilt damit rückwirkend für den ganzen Zeitraum.
Alle Angaben stammen aus eigenen Fahrten, Messwerten oder veröffentlichten Studien — Belege sind verlinkt. Was sich nicht belegen liess, steht als solches gekennzeichnet da. Quellenregel